virtuelles Cordanien...

WIR sind die Welt

In den 90er Jahren reifte etwas heran, das die gesamte Menschheit verändern sollte: das Internet. Plötzlich öffneten sich zumindest die virtuellen Schranken zu anderen Kulturen und eine Flut an Informationen stand uns zur Verfügung, die wir erstmal verarbeiten und sondieren mussten. Mittlerweile ist ein Leben ohne diese Cyberwelt unvorstellbar, denn sie vereinfacht den Alltag ungemein und birgt unmögliche Möglichkeiten. Ja, wir können sogar ganz dreist behaupten, dass das Internet das wahre Land der unbegrenzten Möglichkeiten ist.

Ein großer Mikrokosmos

Immensen Anklang finden seit Jahren virtuelle Realitäten, wie Second Life oder diverse Online-Rollenspiele, in denen man sich einen eignen Avatar erschafft und einfach drauf los lebt. Weitaus komplexer sind dahingegen die zahlreichen Mikronationen, die sich ebenso rasant wie das World Wide Web entwickelt haben und im wahrsten Sinne des Wortes eine ganz eigene Welt darstellen. Denn hier werden komplette Staatenstrukturen simuliert, die sowohl das soziale, als auch das politische sowie kulturelle Leben umfassen, aber dabei nicht zwangsläufig an reale Vorbilder orientiert sein müssen. Vielmehr werden die in der Realität bestehenden Modelle abgelehnt.

Die virtuelle Inspirationsquelle

Mikronationen, oder besser "virtuelle Nationen", sind demnach rein fiktive Gebilde, die nicht zu verwechseln sind mit den unabhängig sein wollenden Staatenmodellen in der Realität. Entworfen werden eigene Länder oder ganze Territorien bis hin zur Weltkarte inklusive fantasiereicher historischer Hintergründe, die die verschiedensten Rechtsformen und politischen Systeme sowie Kulturen bedienen beziehungsweise erfinden. Die Kommunikation zwischen den zum Teil hunderten ansprechbaren Einwohnern überall auf der ganzen realen Welt, erfolgt per Homepages und Foren. Wer weiß, wie viele geistige Ergüsse in einigen alternativen Staatenstrukturen stecken, die auch einen gewissen Nutzen für die Realität haben könnten?